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Wohin mit dem Strom? Eigenverbrauch und Einspeisung einfach erklärt

BESA energy GmbH
2026-01-11T20:52:00+01:00 / Photovoltaik erklärt / Kommentare 0

Wenn die Sonne im Hochsommer auf das Dach scheint, produziert eine PV-Anlage oft weit mehr Energie, als im Haushalt gerade verbraucht werden kann. Ist der Akku voll und die Waschmaschine fertig, stellt sich die Frage: Was passiert mit dem Rest?

Hier kommen zwei Begriffe ins Spiel, die oft verwechselt werden, aber für die Wirtschaftlichkeit der Anlage entscheidend sind: der Eigenverbrauch und die Einspeisung.

1. Der Eigenverbrauch: Hier liegt der Gewinn

Eigenverbrauch bedeutet schlicht, dass der Solarstrom direkt im eigenen Haus genutzt wird – für Licht, Kochen, Wärmepumpe oder das Laden des E-Autos. Dies ist heute der wirtschaftlichste Weg, eine Solaranlage zu betreiben. Die Rechnung ist simpel:

  • Die Kosten: Die Erzeugung einer Kilowattstunde (kWh) auf dem eigenen Dach kostet umgerechnet ca. 8 bis 12 Cent (Anschaffung der Anlage geteilt durch 20 Jahre).

  • Die Ersparnis: Müsste man diesen Strom beim Versorger kaufen, würde man 30 bis 40 Cent zahlen. Jede selbst genutzte kWh spart also die Differenz. Das ist die eigentliche Rendite der Anlage. Deshalb versuchen moderne Steuerungen und Energiemanager, den Verbrauch so weit wie möglich in die Sonnenstunden zu legen.

2. Die Netzeinspeisung: Der Bonus

Was das Haus nicht verbrauchen kann und nicht mehr in den Speicher passt, fließt physikalisch automatisch ins öffentliche Stromnetz. Dafür gibt es Geld. Grundlage hierfür ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

  • Die Garantie: Der Staat garantiert dem Anlagenbetreiber für 20 Jahre (plus das Jahr der Inbetriebnahme) einen festen Preis pro Kilowattstunde.

  • Die Höhe: Die Vergütung liegt aktuell (Stand 2025/2026) bei rund 8 Cent pro kWh für Überschusseinspeisung.

Hier wird der Unterschied deutlich: Während der Eigenverbrauch ca. 25 Cent „Gewinn“ (durch Ersparnis) bringt, bringt der Verkauf nur ca. 8 Cent. Die Einspeisung allein finanziert eine Anlage heute kaum noch, sie ist aber ein nettes "Taschengeld", das die laufenden Kosten deckt.

3. Was ist die Überschusseinspeisung?

Bei Privathäusern ist die sogenannte „Überschusseinspeisung“ das Standardmodell. Das bedeutet: Vorrang hat immer das Haus. Erst wenn alle Verbraucher bedient sind, fließt der Rest ins Netz. Dafür ist ein Zweirichtungszähler nötig. Dieser moderne Stromzähler misst zwei Werte:

  1. Wie viel Strom wurde aus dem Netz bezogen (das müssen Sie bezahlen).

  2. Wie viel Strom wurde ins Netz geschickt (das bekommen Sie vergütet).

4. Lohnt sich "Nulleinspeisung"?

Manche Betreiber überlegen, die Einspeisung technisch zu unterbinden („Nulleinspeisung“), um dem Finanzamt oder Bürokratie zu entgehen. Davon raten Experten meist ab. Da die Anmeldung der Anlage ohnehin Pflicht ist (Marktstammdatenregister), ist der Aufwand für die Vergütung minimal. Wer den Strom nicht einspeist, regelt die Anlage ab und „wirft Energie weg“. Auch 8 Cent sind besser als 0 Cent.

Fazit: Strategie statt Zufall

Die goldene Regel lautet: Verbrauchen vor Speichern vor Einspeisen. Der Eigenverbrauch sorgt für die schnelle Amortisation, die Einspeisevergütung ist der sichere Boden, der Einnahmen über 20 Jahre garantiert. Beides zusammen macht das System rentabel.

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